DIE SOZIALE FIKTION waren erst einige WGs, dann ein Freund:innenkreis, ein Theaterkollektiv und jetzt ein Zusammenschluss aus Theaterschaffenden und Kulturwissenschaftler:innen aus Hildesheim (DE). Seit 2010 arbeiten sie an gemeinsamen Theaterprojekten. Was DSF zusammenhält ist:

- die Frage nach der Fiktion im Dokumentarischen

- die Umdeutung der Zuschauendenperspektive

- das Wesen kollektiver Prozesse

- das ästhetische Motto: „Fast aber nicht ganz ;)“

- die Skepsis an Gesten und Selbst-Erzählungen der postmodernen Gesellschaft

Ihre Arbeiten sind politisch motiviert, das heißt vor jedem Prozess steht die Frage nach der Gestaltung und Veränderbarkeit vorherrschender Strukturen. Theater ist für sie nicht Mittel zum Zweck sondern Medium des Zufalls, der Überschneidung und Synchronisation. Ihre kollektive Arbeitsform ist Programm.

Neben der Entwicklung von Theaterinszenierungen arbeitet die Gruppe an anderen Projekten, als Kurator:innen von Internet&Tacos – Raum für digitale Kultur und Netzpolitik, als Dokumentarfilmemacher:innen, als Autor:innen von performativen Vorträgen und als Festivalmachende, zuletzt von transeuropa2015.


DSF ist ein Zusammenschluss aus Autor:innen, Performer:innen, Organisator:innen und DIY Künstler:innen und verfolgt eine kollektive Arbeitsweise. Mit szenischen Mitteln frickeln sie an alternativen Denkräumen  – z.B. in der Performance STEPPENGESÄNGE (2012) in Bezug auf Ideologien des Nationalstaats, in BABIES COME HOME (2014/2015) über die Konflikte um gesellschaftliche Sorge- & Pflege-Arbeit oder zuletzt in RENDER GHOSTS (2019) über Ideen von Sicherheit & Normalität und in DIESEN MANGEL NEHMEN WIR PERSÖNLICH über Ost-Feminismen und den K(r)ampf mit den Nachwendekindern und der DDR. 

Die Arbeit STEPPENGESÄNGE wurde u.a. mit dem HAU-Jurypreis beim Festival 100° in Berlin und dem Jurypreis beim Körber-Studio für junge Regie in Hamburg ausgezeichnet. Weitere Arbeiten entstanden im Rahmen des Festivals Treibstoff Theatertage Basel am Theater ROXY Birsfelden (SCHICHTEN 2015), mit Unterstützung bzw. als Koproduktion des Programms flausen+ (RENDER GHOSTS & GOODBYE NORM 2019) sowie in Koproduktion mit HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste und LOFFT – DAS THEATER (DIESEN MANGEL NEHMEN WIR PERSÖNLICH).